Wissenswertes zu FineArt-Print und Digitalproofs

Professionelle Profilierung für höchste Ansprüche

Professionelle Profilierung für höchste Ansprüche

Kunden sind immer wieder überrascht, dass im Vergleich zum heimischen Druck unsere FineArt Ausgaben so farbtreu sind und fragen uns wie wir das hinbekommen.

Nun, das ist beileibe kein Hexenwerk, sondern das Ergebnis von professionellen Workflows, welche die Möglichkeiten von Datei-Input und Druck-Output bis zum Äussersten ausreizt.

Der normale Ablauf ist folgender:


1.) Linearisierung

Bei der Linearisierung wird in kleinen Prozentschritten jede einzelne Grundfarbe (CMYK) ausgegeben und wieder eingemessen. Dadurch erstellt die Profilierungssoftware eine sogenannte Linearisierungskurve, welche die Grundlage für jeden weiteren Profilierungsschritt ist. Die Menge der Druckfarbe, die von Druckköpfen auf das Papier abgegeben wird, verändert sich im Laufe der Zeit mitunter stark. Aus diesem Grund ist eine periodische Nachlinearisierung immer vonnöten, um die dadurch entstehende Farbabweichung zu minimieren.  Diese Kurven sehen typischerweise wie folgt aus:


Die Y-Achse zeigt die gemessenen Werte in %, die X-Achse die Soll-Werte in %. Idealerweise wäre diese Kurve eine Gerade. Dann würde z.B. 50% Cyan in der Ausgabe genau 50% des Soll-Wertes von Cyan sein. In der Praxis ist das nicht der Fall. Mit Hilfe dieser Linearisierungskurven kann die Drucksoftware nun aber die grundlegende Ausgabe der Grundfarben korrigieren, so dass sich die korrigierte Ausgabe sehr nahe an der theoretischen Gerade befindet.


2.) Tonwertzunahme

Als nächstes wird, aufbauend auf der Linearisierung, die Tonwertzunahme bestimmt. Durch diese Ermittlung wird verhindert, dass der auszugebende Druck später in der Helligkeit vom Druck abweicht.

Der Fachbegriff Tonwertzunahme, abgekürzt als TWZ, bezeichnet den Effekt, dass Rasterpunkte der Druckvorlage (z. B. einer digitalen Bilddatei oder einem Film) auf dem bedruckten Bogen verfahrensbedingt größer erscheinen, das Druckbild also dunkler wird als in der Vorlage vorgesehen.


3.) Sind Linearisierung und Tonwertzunahme bestimmt, geht es nun an den maximalen Farbauftrag


Werden zusammengesetzte Farben gedruckt, kann es bei schwierigen Substraten mit geringen Grammaturen, wie z.B. sehr dünnen, handgeschöpften Maulbeerbaumpapieren aus Japan dazu kommen, dass das Papier mit zuviel Tinte versehen wird, so dass es sich wellt oder schlimmstenfalls die Druckbereiche ineinander verlaufen. Um dieses zu verhindern, aber dennoch den maximalen Farbauftrag zu erzielen wird dieses Chart ausgegeben. In den gedruckten unteren Feldern nimmt der Farbauftrag nach rechts immer weiter zu. Fangen nun hier an Probleme aufzutreten, so kann man damit den maximal möglichen Farbauftrag sehr genau bestimmen.


4.) Erstellen der EPL-Datei

Das letzte Chart, welches ausgegeben und eingemessen wird definiert die Farbeckwerte des möglichen Farbraumes aufgrund der vorher definierten Rahmenbedingungen. Die Visualisierung dieser Farbwerte ähnelt schon sehr dem im späteren Schritt erstellten Farbprofil. Desweiteren kann man anhand der Farbkeile unterhalb der einzumessenden Felder sehen inwieweit die bisherigen Angaben, Messungen und Definitionen stimmig sind. In der nun entstehenden sogenannten EPL-Datei sind die Ergebnisse aller vorangegangenen Arbeitsschritte mit dem Papier, des Drucker und der Tintenart miteinander verknüpft.


5.) Erstellung eines Farbprofils durch Messung von Charts

In diesem Arbeitsschritt wird das eigentliche Farbprofil basierend auf der EPL-Datei erstellt. Dabei werden bis zu 4.000 Farbfelder gedruckt, eingemessen und verglichen. Die Messmethode, welche dabei verwendet wird (M0 oder M1), hängt vom Anteil von verwendeten optischen Aufhellern (OBA) ab. Sind nun die Farbwerte eingelesen, so werden je nach Verwendungszweck des Profils die Parameter für die CMYK-Profilerstellung gesetzt. Dabei ist zu bemerken, dass durch die Wahl von Unterfarbenreduktion bzw. Unbuntaufbau (UCR/GCR) entweder ein Schwerpunkt auf der Genauigkeit in den gesättigten Farben oder in der Genauigkeit der Farben nahe der Grauachse gelegt wird.  Da das menschliche Auge Farbschwankungen in den Graubereichen sehr deutlich wahrnimmt aber Schwächen bei der Unterscheidung in hoch gesättigten Farben hat, wählen wir hier normalerweise eine starkes UCR. Eine 100% GCR würde hierbei die Bildanmutung durch das komplette Ersetzen von gleichen CMY Farbanteilen durch Schwarz abflachen. Nichtsdestotrotz sind die Grau/Schwarzwerte bei unseren System so genau, dass die UCR relativ großzügig ausfallen kann.


6.) Iteration – Grau ist alle Theorie

Da in der Ausgabe von einzelnen Farben auch nach den vorangegangenen Schritten noch deutliche Farbabweichungen vorhanden sein können, wird Im letzten Schritt ein sogenanntes Iterationsprofil erstellt, welches der Verwendung des eigentlichen ICC-Profils nachgeschaltet ist und quasi als Korrekturfaktor anzusehen ist. Die Iterationscharts enthalten dabei bis zu 4096 unterschiedliche Farbwerte. Diese Charts werden solange ausgegeben, eingemessen und verglichen, bis die Farbabweichungen sich nicht mehr optimieren lassen.


Nach diesen sechs Schritten ist ein Farbworkflow entstanden, der das Optimum an Farbgenauigkeit in der Ausgabe bietet.


Fazit:

Anhand der bisherige Schritte ist leicht nachzuvollziehen, dass dieser professionelle Arbeitsablauf bei weitem genauere und weitaus besser gerichtete Ausgaben erzeugt, als der Workflow mit Druckern und Druckertreibern daheim. Eine individuelle RGB-Profilierung einzelner Papiere in Abhängigkeit zum Drucker kann die Qualität für den Heimgebrauch zwar erhöhen, aber die immer vorhandene Farbdrift, die fehlende Linearisierung und die fehlende Definitipon eines maximalen Farbauftrages führen dennoch zu einer ungenauen Ausgabe.  Wollen Sie also die maximale Qualität in ihren FineArt Prints erreichen, so sind Sie bei uns an der richtigen Adresse, denn die bestmögliche Ausgabe Ihrer Kunstwerke ist unser Auftrag.